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Ursula Hohler, Ueli Schenker, Peter Morger, René Sommer: Zeitzünder 7

Zeitzünder 7

Vier Gedichtbände in einem
1994 176 Seiten
ISBN 978-3-85830-068-3

Da begegnet der Leser, die Leserin der in Zürich lebenden Ursula Hohler; sie fängt in ihrer Mundart auf, was in ihrer einstigen Umwelt gewesen und was in der heutigen ist. So stellt sie fest, dass «nume die wone Färnseh hei / gseh hei / das niemer / niemerem zuelost» – «im Parlamänt» natürlich. Auch leise Trauer kommt auf, wenn sie von ihrer Grossmutter schreibt, die sie nie gekannt hat; das vermeintlich Verlorene wird somit ein wenig Gegenwart, weil es fern von Weltschmerz sich in einem Gedicht wiederfindet.

Ueli Schenker dagegen scheut sich nicht. als Böser aufzutreten, wenn er im «Freibad» festhält: «Nichtschwimmer Maul halten»; oder wenn er schreibt, «aus jedem Haus wird Krieg/ (...) aus jeder Zahl / ein Kreuz aus jedem eine Null». Er springt mit seiner Sprache geradezu, beleuchtet angebliche Realitäten, stellt sie in Frage und nötigt uns, bereits mit der nächsten Assoziation alles von Neuem zu überdenken.

Anderes drückt der Appenzeller Peter Morger in seiner Ostschweizer «Lüürik» aus: Der Teufener, der sich bereits als Romanautor einen Namen gemacht hat, erreicht in seinen Mundartgedichten – wie ein Journalist in der Appenzeller Zeitung schreibt – «wieder jene köstliche Sprunghaftigkeit des Erfolgsbuches ‚Notstrom', aber ein bisschen unverbrauchter und sprühender».

Der Aargauer René Sommer zeigt dafür in seinem Gedichtband «Indianer ohne Land», dass wir Spuren nachgehen müssen, wenn wir erfahren wollen, wie die von Industrie und moderner Gesellschaft zerstörte Welt einmal war. Denn «sie haben den Fluss in einen Kanal gepresst» und «die Bauern schauen den Rebhang an / sie sagen er ist verwildert». So werden die Steine oft zu den letzten Zeugen, und es bleibt weiterhin Dichtern und Suchern vorbehalten, zu retten, was rettenswert ist, zu wissen, dass jeder «Berg die Verbauung von der Schulter» schieben kann.

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Portrait

Ursula Hohler

Ursula Hohler, 1943, analytische und prozessorientierte Psychologin. Erste Veröffentlichung eines Mundartgedichts mit 6 Jahren. Kolumnen im «züri-tip», Artikel und Übersetzungen, vor allem im Bereich Psychologie und Frauenfragen. Im orte Verlag erschien «Vilicht chunnt's nie derzue», Gedichte, in «Zeitzünder 7», zusammen mit Ueli Schenker, Peter Morger und René Sommer (1994).

Portrait

Peter Morger

Peter Morger, 1955-2002, geboren in Teufen geboren. Nach siebenjährigem Aufenthalt in Bern zog er wieder ins Ausserrhodische, nach Trogen. Als freier Journalist, Bibliothekar, Fotograf und Schriftsteller tätig. Initiant des «Robert-Walser-Pfades» in Herisau. Realisator verschiedener Lichtspielprojekte und fotografischer Ausstellungen. Nach langen Jahren psychischer Krankheit setzte er an seinem 47. Geburtstag seinem Leben ein Ende. Veröffentlichungen: «Notstrom», Geschichten, 1980; «Zwie Licht»,  eine Art Roman, 1984; «Lüürik» - Mund Art, 1994; «Hailige Bimbam», Mund Art, 1997; «Wortschatz», Fortlaufende Prosa, 1997; «Also sprach Schnorri», Mundart Lüürik, 2000; «Ein- und Ausfälle», 2001.

Publikationen

Peter Morger

Wortschatz

38,00 CHF

Ein- und Ausfälle

28,00 CHF

Zeitzünder 7

26,00 CHF

Hailige Bimbam

28,00 CHF

Also sprach Schnori

28,00 CHF
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Ulrich Schenker

Ueli Schenker,1937, in Zürich geboren, war Lehrer für Englisch und Deutsch an der Kantonsschule Frauenfeld. 1973 Weltipreis für das Stück «Handspiel», 1991 Vera Piller-Poesiepreis. 1998 «Bahnhof», Einakter. Szenische Lesung durch das Spiegeltheater Zürich. Im orte Verlag erschien 1994 der Gedichtband «Wir sind vom Tisch» (Reihe «Zeitzünder 7»), 1996 «Angst + Schrei = Huhn + Ei» (fund-orte 5), 2000 «Frau Schneiderlein tanzt mit den Böcken» (fund-orte 17) und 2007 «Der Eiermann kommt» (fund-orte 28).

Publikationen

Ulrich Schenker

Zeitzünder 7

26,00 CHF

Angst + Schrei = Huhn + Ei

28,00 CHF

Frau Schneiderlein tanzt mit den Böcken

28,00 CHF

Der Eiermann kommt

28,00 CHF
Portrait

René Sommer

René Sommer, 1954, geboren in Rheinfelden, wohnt heute im Jura. Seit 1968 schreibt er an den sogenannten «Moser»-Romanen. 1991 erhielt er den Vera Piller-Poesiepreis, weitere folgten. Im orte Verlag sind erschienen: «Indianer ohne Land» (Gedicht in der Reihe «Zeitzünder 7») und «Wohnung mit Schuh» (Gedichte, fund-orte 2).

Publikationen

René Sommer

Zeitzünder 7

26,00 CHF

Wohnung mit Schuh

28,00 CHF