Paul Zähners Start im Verlagshaus

Von langer Hand war er geplant, mein Wechsel aus dem internationalen Software-Dienstleistungsgeschäft ins lokal verankerte Verlagswesen in Schwellbrunn Anfang Mai 2018. Lesen Sie von meinen Eindrücken nach den ersten drei Wochen.

Die ersten paar Tage liegen hinter mir und mein Umfeld fragt fast täglich: «Gfallt's der?» oder «Und, wie isch äs?». Die Beantwortung der ersten Frage fällt kurz und bündig aus: Ja, es gefällt! Die zweite dagegen provoziert schon etwas Reflexion meinerseits. Was habe ich hier angetroffen, was sticht mir als Newcomer in diesem Business zuerst ins Auge? Nun ja, aufgefallen ist mir natürlich vieles in unserem wunderschönen und durchorganisierten Verlagshaus Schwellbrunn. Ich könnte nun hier vom Geschäftsmodell, von den für mich neuen Abläufen oder speziellen Softwarelösungen erzählen – und werde das vielleicht bei Gelegenheit auch einmal noch tun.

Aufgefallen ist mir aber – und das schon einiges vor meinem ersten Arbeitstag - dass sich unser Verlagshaus zu einer Branche zählt, die gegenwärtig dabei ist, sich unter einigem Getöse und Gejammer neu zu erfinden. Es geht um nicht weniger, als die Zukunft des – gerne auch digitalen! - Buchs. Etwas spezifischer muss ich mir die Frage stellen (lassen), wieso Menschen auch künftig unsere Bücher bestellen, unsere Magazine abonnieren oder Bildkalender unseres Verlagshauses kaufen werden. Nun ja, eine apérotaugliche, kurze Antwort ist bestimmt nicht einfach und wenn, dann fällt sie in etwa so aus: Weil Menschen nachwievor gute Geschichten lieben, weil sie gerade in Zeiten von Fake News den persönlichen, lokalen Bezug und Authentizität suchen. Zudem stelle ich fest, dass unser traditionsreiches Verlagshaus für viele Kunden mehr ist, als «nur» ein Geschäft. Da sind Identifikation, Emotion und Respekt für unser Schaffen. Das sind Fans! Anders lassen sich die zahlreichen Autos mit Unterländer-Kennzeichen an der Frühlings-Ausstellung Blumen & Bücher jedenfalls nicht erklären. Die entscheidende Frage für die Zukunft ist also gerade nicht, ob das Buch künftig auf Papier oder digital sein wird, sondern ob wir es schaffen, auch in Zukunft diesen Werten und Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden - und natürlich neue, junge Fans zu finden.